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Test VÖ 3

11/02/2026

Aaron Kaspar, M. Sc., M. Sc.

Aaron Kaspar, M. Sc., M. Sc.

Research Associate

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Ausgangslage

Steigende Energiepreise, regulatorische Anforderungen und die laufende Transformation erhöhen den Handlungsdruck auf Unternehmen. Energieeffizienz senkt Verbrauch und Kosten, reduziert Risiken und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Sie ist dabei kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Durch technologische Entwicklungen und veränderte betriebliche Rahmenbedingungen entstehen fortlaufend neue Potenziale.

In der Praxis scheitert die Umsetzung häufig an anderen Dingen als am Wissen um die Technik, insbesondere im Mittelstand. Die erforderlichen Investitionen sind eine erhebliche Hürde, und belastbare Verbrauchsdaten, spezialisiertes Fachwissen und personelle Kapazitäten stehen nicht immer in ausreichendem Umfang zur Verfügung.

Der gemeinsam mit der vbw erarbeitete Leitfaden setzt genau hier an. Er gibt Unternehmen eine praxisgerechte Orientierung, um geeignete Maßnahmen systematisch zu identifizieren, wirtschaftlich zu bewerten und unter realen betrieblichen Bedingungen umzusetzen.

Wie viel eine einzelne Maßnahme bringt

Basis der Auswertung sind knapp 1.000 Energieeffizienzmaßnahmen aus Vor-Ort-Analysen der FfE in Deutschland und Österreich. Sie verteilen sich auf die wesentlichen Querschnittstechnologien: Beleuchtung, Druckluft, elektrische Antriebe, Raumlufttechnik, Klima- und Prozesskälte sowie Raum- und Prozesswärme. 467 Maßnahmen ließen sich quantitativ bewerten.

Eine einzelne Maßnahme spart typischerweise 0,5 bis 3 Prozent des jährlichen Endenergieverbrauchs eines Standorts. Je nach Verbrauch des Unternehmens entspricht das mehreren hundert Megawattstunden pro Jahr.

Die höchsten Einsparpotenziale zeigen sich tendenziell bei Prozess- und Raumwärme. Beleuchtung, Druckluft und elektrische Antriebe weisen häufig geringere Einzelpotenziale auf, lassen sich dafür aber vielfach standardisiert umsetzen.

Boxplot der relativen jährlichen Einsparung je Querschnittstechnologie, mit den höchsten Werten bei Prozess- und Raumwärme.
Relative jährliche Einsparung am Gesamtenergieverbrauch durch Energieeffizienzmaßnahmen, je Querschnittstechnologie.

Wo die Ansatzpunkte liegen

Querschnittstechnologien sind die unterstützenden Systeme der Energie- und Medienversorgung und bilden einen Schwerpunkt des Leitfadens. Weil sie in nahezu allen Unternehmen eingesetzt werden, lassen sich über sie Maßnahmen auch abseits der eigentlichen Produktionsprozesse identifizieren.

Für ausgewählte Maßnahmen enthält der Leitfaden Steckbriefe mit technischen Voraussetzungen, Umsetzungsschritten und praktischen Hinweisen. Schätzwerte, Berechnungsformeln und Beispielrechnungen helfen dabei, mögliche Energie- und Kosteneinsparungen für die eigenen Anlagen abzuschätzen. Ergänzend finden sich Hinweise zu Aufwand, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten.

Typische Ansatzpunkte liegen in organisatorischen und steuerungstechnischen Optimierungen, etwa bei Heizzeiten, Raumtemperaturen, Druckniveaus oder Volumenströmen von Lüftungsanlagen. Solche Maßnahmen lassen sich häufig mit geringem Aufwand prüfen und umsetzen.

Eine Checkliste zum Selbstcheck unterstützt Unternehmen dabei, den eigenen Stand systematisch zu überprüfen: welche Anlagen betroffen sind, welche Optimierungen bereits umgesetzt wurden und welche Maßnahmen mit den verfügbaren Ressourcen realistisch angegangen werden können.

[Abbildung 2] Bildunterschrift: Hemmnisse und Chancen von Effizienzmaßnahmen sowie systematisches Vorgehen von der Analyse bis zum Monitoring.

Schema aus Chancen und Hemmnissen von Effizienzmaßnahmen und dem Vorgehen von der Analyse über Bewertung und Priorisierung bis zum Monitoring.
Hemmnisse und Chancen von Effizienzmaßnahmen sowie systematisches Vorgehen von der Analyse bis zum Monitoring.

Nicht jede Effizienzmaßnahme braucht neue Anlagentechnik. Oft liegt der wirksamste Hebel in der bedarfsgerechten Betriebsweise dessen, was ohnehin schon da ist.

Frank Veitengruber, M.Sc., Head of Industrial Energy Management

Effizienz ohne neue Anlagentechnik

Die Praxisbeispiele im Leitfaden zeigen, dass zahlreiche Maßnahmen bereits umgesetzt werden. Dazu zählen die Optimierung von Betriebsparametern bei Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie die Wärmerückgewinnung bei Druckluftkompressoren. Daran wird deutlich: Nicht immer ist neue Anlagentechnik erforderlich, oft bietet schon die bedarfsgerechte Betriebsweise bestehender Systeme einen wirksamen Hebel.

Fazit

Energieeffizienz ist ein kontinuierlicher Prozess, der Kosten, Resilienz und Zukunftsfähigkeit gleichermaßen adressiert. Der Leitfaden verbindet eine datenbasierte Einordnung typischer Einsparpotenziale mit konkreten Umsetzungshilfen und führt von der Analyse des Ist-Zustands über Identifikation, Bewertung und Priorisierung geeigneter Maßnahmen bis zu Detailplanung, Umsetzung und Erfolgskontrolle.